Behandlung

Behandlung bei chronischer Migräne: Ablauf, Kosten und Ergebnisse

Bei chronischer Migräne mit 15 oder mehr Kopfschmerztagen pro Monat kann eine vorbeugende Injektionsbehandlung infrage kommen. Hier lesen Sie, wie die Behandlung abläuft, wie viele Sitzungen üblich sind und welche Kosten entstehen.

Überblick

Was ist Behandlung bei chronischer Migräne?

Die vorbeugende Injektionsbehandlung bei chronischer Migräne ist eine medizinisch zugelassene und gut untersuchte Behandlungsoption. Chronische Migräne wird definiert als mindestens 15 Kopfschmerztage pro Monat, davon mindestens 8 mit Migränecharakter. Für diese Patientengruppe ist die Injektionsbehandlung seit 2011 von der EMA zur Vorbeugung zugelassen. Die Behandlung erfolgt nach dem PREEMPT-Protokoll: 155–195 Einheiten werden in 31–39 Injektionspunkte am Kopf und Nacken gesetzt. Die Injektionen werden alle 12 Wochen wiederholt. Wie der eingesetzte Wirkstoff, Botulinumtoxin Typ A, bei chronischer Migräne genau wirkt, ist noch nicht vollständig geklärt: Als Hauptmechanismus gilt die Hemmung der Freisetzung von Schmerzpeptiden (CGRP, Glutaminsäure) aus peripheren sensorischen Nervenendigungen. In den PREEMPT-Zulassungsstudien sank die Zahl der Kopfschmerztage um durchschnittlich 8–9 Tage pro Monat; auch Intensität und Begleitsymptome wie Übelkeit wurden erfasst. Wie stark eine einzelne Patientin profitiert, ist individuell verschieden. Die Wirkung setzt in der Regel nach der ersten oder zweiten Behandlung ein. Die Migräneprophylaxe ist keine ästhetische Behandlung: Sie erfordert eine fundierte medizinische Diagnose, den Ausschluss anderer Kopfschmerzformen und eine klare Dokumentation des Migräneverlaufs. Sie wird von entsprechend erfahrenen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt; bei nachgewiesener chronischer Migräne kommt im Einzelfall eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse in Betracht.

Das Verfahren

Operationsablauf im Detail

Vor der Behandlung: ausführliche Anamnese, Migränetagebuch, Ausschluss episodischer Migräne oder Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch. Injektionen erfolgen nach PREEMPT-Protokoll in definierte Muskeln: Frontalis, Corrugator, Procerus, Occipitalis, Temporalis, Trapezius, Cervicales paravertebrale. 31–39 Einstichpunkte beidseitig, 155–195 Einheiten. Behandlungsdauer 20–30 Minuten. Wiederholung alle 12 Wochen. Ein Wirkungseintritt zeigt sich meist nach 2–4 Wochen; das Ansprechen wird in der Regel nach 2–3 Behandlungszyklen beurteilt.

Ihre Vorteile

Was Sie erwartet

Seit 2011 in der EU zur Prophylaxe chronischer Migräne zugelassen
In den Zulassungsstudien im Mittel 8–9 Kopfschmerztage weniger pro Monat
Minimal-invasiv: ambulante Behandlung ohne stationären Aufenthalt
Vorbeugender Ansatz: richtet sich nicht gegen den akuten Anfall
Nebenwirkungen sind meist vorübergehend, etwa Nacken- oder Kopfschmerzen
Kostenübernahme durch die Krankenkasse im Einzelfall möglich
Vorbereitung

Vor der Operation

Migränetagebuch über mindestens 3 Monate vor der Behandlung führen. Aktuelle Medikamentenliste mitbringen. Keine blutverdünnenden Medikamente 7 Tage vorher (nach Rücksprache mit dem Arzt). Behandlungstag ohne aktiven Migräneanfall.

Nachsorge

Erholung & Nachsorge

24 Stunden keinen Sport, keine Sauna, kein Alkohol. Injektionsstellen nicht reiben. Leichte Kopfschmerzen oder ein Druckgefühl am Behandlungstag kommen häufig vor. Nebenwirkungen wie Nackenschmerzen oder eine vorübergehende Schwäche einzelner Muskeln klingen in der Regel innerhalb weniger Wochen ab. Dokumentation der Migränetage nach der Behandlung für die Erfolgskontrolle.

Ergebnisse

Was Sie erwarten können

In den PREEMPT-Zulassungsstudien sank die Zahl der monatlichen Kopfschmerztage um durchschnittlich 8–9 Tage. Erfasst wurden in den Studien außerdem Lebensqualität, Begleitsymptome und der Verbrauch an Akutmedikation. Ein Wirkungseintritt zeigt sich meist nach 2–4 Wochen, das Ausmaß des Ansprechens lässt sich nach 2–3 Behandlungszyklen (6–9 Monate) beurteilen. Nicht alle Patientinnen und Patienten sprechen gleich gut an; nach 2 Zyklen wird gemeinsam bewertet, ob die Behandlung fortgeführt wird.

Kosten

Kosten & Krankenkasse

Privatärztliche Behandlung: 400–700 Euro pro Behandlungszyklus (alle 12 Wochen). Bei diagnostizierter chronischer Migräne und nach Ausschöpfung anderer medikamentöser Prophylaxen kann die Krankenkasse die Kosten übernehmen; eine vorherige Antragstellung ist notwendig. Bei BONITAS erhalten Sie eine individuelle Beratung zur Kostenübernahme.

Indikation

Für wen ist diese Behandlung geeignet?

Patientinnen und Patienten mit chronischer Migräne (mindestens 15 Kopfschmerztage/Monat, davon 8 mit Migränecharakter), die auf mindestens zwei prophylaktische Medikamente nicht ausreichend angesprochen haben. Kein Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch. Vollständige Migränedokumentation vorhanden.

FAQ

Häufige Fragen

Wann kommt die Injektionsbehandlung bei chronischer Migräne infrage?

Die Behandlung ist zur Vorbeugung der chronischen Migräne zugelassen, wenn mindestens 15 Kopfschmerztage pro Monat vorliegen, davon mindestens 8 mit Migränecharakter, und wenn mindestens zwei andere vorbeugende Medikamente nicht ausreichend gewirkt oder zu inakzeptablen Nebenwirkungen geführt haben. Ob das in Ihrem Fall zutrifft, klärt die ärztliche Untersuchung.

Wie läuft die Injektionsbehandlung bei chronischer Migräne ab?

Die Injektionen erfolgen nach dem PREEMPT-Protokoll: 155–195 Einheiten werden auf 31–39 Punkte an Kopf und Nacken verteilt. Für die Prophylaxe der chronischen Migräne ist nur ein einziges Präparat zugelassen; Präparate ohne diese Zulassung werden für diese Indikation nicht eingesetzt. Welches Präparat verwendet wird und ob es für Sie infrage kommt, besprechen wir im persönlichen Beratungsgespräch.

Kann die Behandlung bei chronischer Migräne helfen?

In den PREEMPT-Zulassungsstudien sank die Zahl der Migränetage um durchschnittlich 8–9 pro Monat. Wichtig: Die Behandlung wirkt vorbeugend, nicht im akuten Anfall. Sie soll die Häufigkeit der Attacken senken, ersetzt aber keine Akutmedikation. Nicht alle Patientinnen und Patienten sprechen gleich stark an. Für die episodische Migräne ist die Behandlung nicht zugelassen.

Wann setzt die Wirkung bei chronischer Migräne ein?

Der erste Wirkungseintritt zeigt sich häufig nach 2–4 Wochen. Wie gut die Behandlung anspricht, lässt sich meist erst nach 2–3 Behandlungszyklen (6–9 Monate) beurteilen. Wenn nach 2 Zyklen keine ausreichende Wirkung eingetreten ist, wird gemeinsam über das weitere Vorgehen entschieden.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten bei chronischer Migräne?

Bei nachgewiesener chronischer Migräne und nach Ausschöpfung anderer Prophylaxen kann die gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernehmen. Eine vorherige Genehmigung ist notwendig. Die privatärztliche Behandlung kostet 400–700 Euro pro Zyklus. Ihr Arzt kann den Antrag auf Kostenübernahme unterstützen.

Wissenschaftliche Referenzen

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  6. Giri S et al. Randomized controlled studies evaluating Topiramate, Botulinum toxin type A, and mABs targeting CGRP in patients with chronic migraine and medication overuse headache: A systematic review and meta-analysis.. Cephalalgia : an international journal of headache. 2023. PubMed ↗
  7. Diener HC et al. Treatment of chronic migraine.. Current pain and headache reports. 2011. PubMed ↗
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  9. Cho SJ et al. Treatment Update of Chronic Migraine.. Current pain and headache reports. 2017. PubMed ↗
  10. Naghdi S et al. Clinical effectiveness of pharmacological interventions for managing chronic migraine in adults: a systematic review and network meta-analysis.. The journal of headache and pain. 2023. PubMed ↗

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