Behandlung

Behandlung der schweren primären axillären Hyperhidrose (starkes Schwitzen der Achseln)

Schwere primäre axilläre Hyperhidrose bedeutet starkes Schwitzen der Achseln ohne erkennbare Grunderkrankung, oft mit spürbaren Folgen für Alltag und Beruf. Hier lesen Sie, wie die Behandlung abläuft, wie lange die Wirkung in der Regel anhält und welche Kosten anfallen.

Überblick

Was ist Behandlung der schweren primären axillären Hyperhidrose (starkes Schwitzen der Achseln)?

Die schwere primäre axilläre Hyperhidrose, also starkes Schwitzen der Achselhöhlen ohne erkennbare Grunderkrankung, ist eine medizinisch anerkannte Erkrankung und kann die Lebensqualität erheblich einschränken. Sie ist die häufigste Form der fokalen Hyperhidrose. Übermäßiges Schwitzen an Handflächen (palmäre Hyperhidrose) oder Fußsohlen (plantäre Hyperhidrose) kommt ebenfalls vor, fällt jedoch nicht unter die arzneimittelrechtliche Zulassung der hier beschriebenen Injektionsbehandlung und wird auf dieser Seite deshalb nicht dargestellt. Die übermäßige Schweißproduktion entsteht durch Überstimulation der ekkrinen Schweißdrüsen durch das autonome Nervensystem. Stresssituationen, Kaffee oder Wärme können die Symptome verstärken, sind aber nicht die Grundursache. Schweißflecken auf der Kleidung oder das Vermeiden von Händeschütteln können im Alltag und im Beruf belasten. Reichen Antiperspirantien und Iontophorese nicht aus, ist bei schwerer primärer axillärer Hyperhidrose die intradermale Injektionsbehandlung der Achselhöhlen die nächste Stufe der Therapie. Wirkstoff ist Botulinumtoxin Typ A: Es hemmt vorübergehend die Übertragung der Nervensignale an die ekkrinen Schweißdrüsen im behandelten Areal. Wie stark die Schweißproduktion abnimmt und wie lange die Wirkung anhält, ist individuell verschieden, üblicherweise sind es 6–12 Monate. Die Behandlung erfolgt ambulant und dauert in der Regel 20–30 Minuten. Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden die Injektionen in der Achselhöhle als gut erträglich, eine betäubende Creme vor der Behandlung kann das Empfinden zusätzlich abmildern. Antiperspirantien mit Aluminiumchlorid und Iontophorese sind Behandlungsmöglichkeiten bei leichterer Ausprägung. Welche Stufe der Therapie im Einzelfall infrage kommt, beurteilt die Ärztin oder der Arzt nach Untersuchung und Anamnese.

Das Verfahren

Operationsablauf im Detail

Im Beratungsgespräch wird die betroffene Zone analysiert und die Behandlungsstrategie besprochen. Optional: Minor-Jod-Stärke-Test zur Markierung der hyperhidrotischen Zonen. Behandlungszone wird gereinigt und betäubt. Die Injektionen werden in einem Raster von ca. 1–2 cm Abstand intradermal in die gesamte Behandlungszone der Achselhöhle gesetzt, typischerweise 50 Einheiten pro Seite. Behandlungsdauer: 20–30 Minuten. Die Wirkung setzt in der Regel nach 3–7 Tagen ein und lässt sich nach etwa 2 Wochen abschließend beurteilen. Sie hält üblicherweise 6–12 Monate an, die Dauer ist individuell verschieden.

Ihre Vorteile

Was Sie erwartet

Deutliche Reduktion der Schweißproduktion an den Achselhöhlen, in der Regel für 6–12 Monate
Wirkungseintritt in der Regel nach 3–7 Tagen
Minimal-invasiv und ambulant, meist ohne längere Unterbrechung des Alltags
Zugelassene Indikation: schwere primäre axilläre Hyperhidrose
Nach ärztlicher Beurteilung wiederholbar
Kostenübernahme durch die Krankenkasse im Einzelfall prüfbar
Vorbereitung

Vor der Operation

Achselhaare vor der Behandlung rasieren. Keine Antiperspirantien am Behandlungstag. Blutverdünnende Medikamente nach Rücksprache pausieren. Kein Alkohol 24 Stunden vorher. Bequeme, weite Kleidung für leichten Zugang zur Achselregion.

Nachsorge

Erholung & Nachsorge

48 Stunden kein Sport oder körperliche Anstrengung. Behandlungszone nicht reiben oder massieren. Sauna und Wärmeanwendungen für 48 Stunden meiden. Kaffee und stark schweißtreibende Aktivitäten die ersten Tage reduzieren. Kontrolltermin nach 2 Wochen zur Beurteilung der Wirkung.

Ergebnisse

Was Sie erwarten können

Die Wirkung setzt in der Regel nach 3–7 Tagen ein, das Ergebnis lässt sich nach etwa 2 Wochen beurteilen. Die Schweißreduktion an den Achselhöhlen hält üblicherweise 6–12 Monate an, die Dauer ist individuell verschieden. Danach kehrt die Schweißproduktion allmählich zurück. Eine Wiederholung der Behandlung ist nach ärztlicher Beurteilung möglich, den Abstand legen wir im Kontrolltermin gemeinsam fest.

Kosten

Kosten & Krankenkasse

Behandlung beider Achselhöhlen: 400–700 Euro, abhängig vom Aufwand. Bei ärztlich gesicherter schwerer primärer axillärer Hyperhidrose kann im Einzelfall ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden, eine Zusage lässt sich daraus nicht ableiten. Die für Sie verbindlichen Kosten nennen wir Ihnen im Beratungsgespräch bei BONITAS.

Indikation

Für wen ist diese Behandlung geeignet?

Erwachsene mit schwerer primärer axillärer Hyperhidrose, also starkem Schwitzen der Achselhöhlen ohne erkennbare Grunderkrankung, die dadurch in Alltag, Beruf oder sozialen Situationen erheblich eingeschränkt sind. Sekundäre Ursachen wie Grunderkrankungen oder Medikamente wurden ärztlich ausgeschlossen. Keine aktiven Hautinfektionen im Behandlungsbereich. Vorherige Therapie mit Antiperspirantien oder Iontophorese ohne ausreichenden Erfolg.

FAQ

Häufige Fragen

Wie kann man Hyperhidrose behandeln?

Die Therapie ist gestuft. Sie beginnt bei leichterer Ausprägung mit Antiperspirantien mit Aluminiumchlorid, Iontophorese (Gleichstrombehandlung) und gegebenenfalls systemischen Anticholinergika. Reichen diese Maßnahmen bei schwerer primärer axillärer Hyperhidrose nicht aus, kommt die intradermale Injektionsbehandlung der Achselhöhlen infrage, deren Wirkung üblicherweise 6–12 Monate anhält. Chirurgische Sympathektomie ist eine Ausnahme für schwere, therapieresistente Fälle.

Welcher Arzt behandelt Hyperhidrose?

Hyperhidrose wird von Dermatologen, Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie und erfahrenen ästhetisch-medizinischen Ärzten behandelt. Wichtig ist ärztliche Erfahrung in der Injektionstechnik und in der Behandlung der schweren primären axillären Hyperhidrose. Bei BONITAS wird die Behandlung vom Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie durchgeführt.

Was ist Hyperhidrose?

Hyperhidrose (Hyperhidrosis) ist eine medizinisch anerkannte Erkrankung, bei der die Schweißproduktion deutlich über den thermoregulatorischen Bedarf hinausgeht. Bei der primären Form liegt keine andere Erkrankung zugrunde, bei der sekundären Form ist das Schwitzen Folge einer Grunderkrankung oder eines Medikaments. Die fokale Hyperhidrose betrifft definierte Körperstellen, am häufigsten die Achselhöhlen. Ursache ist eine Überstimulation der Schweißdrüsen durch das sympathische Nervensystem. Betroffen sind rund 3 % der Bevölkerung. Als Indikation für die Injektionsbehandlung ist ausschließlich die schwere primäre axilläre Form zugelassen.

Wie behandelt man Hyperhidrose?

Die Stufentherapie beginnt mit topischen Antiperspirantien, gefolgt von Iontophorese und systemischen Medikamenten. Wenn diese Behandlungsmöglichkeiten bei schwerer primärer axillärer Hyperhidrose nicht ausreichen, ist die intradermale Injektionsbehandlung der Achselhöhlen die nächste Stufe. Sie dauert 20–30 Minuten, die Schweißproduktion nimmt danach in der Regel für 6–12 Monate deutlich ab.

Wissenschaftliche Referenzen

  1. Nawrocki S et al. The etiology, diagnosis, and management of hyperhidrosis: A comprehensive review: Therapeutic options.. Journal of the American Academy of Dermatology. 2019. PubMed ↗
  2. Nawrocki S et al. The etiology, diagnosis, and management of hyperhidrosis: A comprehensive review: Etiology and clinical work-up.. Journal of the American Academy of Dermatology. 2019. PubMed ↗
  3. Tan MG et al. Radiofrequency Microneedling: A Comprehensive and Critical Review.. Dermatologic surgery : official publication for American Society for Dermatologic Surgery [et al.]. 2021. PubMed ↗
  4. Nawrocki S et al. Botulinum toxin: Pharmacology and injectable administration for the treatment of primary hyperhidrosis.. Journal of the American Academy of Dermatology. 2020. PubMed ↗
  5. Morioka D et al. Axillary Osmidrosis: Past, Present, and Future.. Annals of plastic surgery. 2020. PubMed ↗
  6. Malik AS et al. Bromhidrosis treatment modalities: A literature review.. Journal of the American Academy of Dermatology. 2023. PubMed ↗
  7. Nguyen B et al. Botulinum Toxin for Scalp Conditions: A Systematic Review.. Dermatologic surgery : official publication for American Society for Dermatologic Surgery [et al.]. 2023. PubMed ↗
  8. Song T et al. RimabotulinumtoxinB: An Update.. Dermatologic surgery : official publication for American Society for Dermatologic Surgery [et al.]. 2024. PubMed ↗

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